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PROJEKTBESCHREIBUNG
Ziel des Projektes veto-online ist die Entwicklung von e-learning-Modulen für konstruktives Konfliktverhalten. SchülerInnen und StudentInnen (16 - 22 a.) aus fünf europäischen Ländern werden künstlerisch kreativ elektronische Lernmodule entwickeln und dabei auch ihre eigene demokratische interkulturelle Streitkultur stärken.
Die Module sollen Fallbeispiele von Konfliktsituationen enthalten. Fragen und Vorschläge werden mittels Bildgeschichten (Zeichnungen, Comics, Fotos) und mit Musik zu den verschiedenen Stationen der Konfliktentwicklung führen. Im Multiple-Choice-Verfahren werden an Wendepunkten Alternativfragen gestellt und mit praxisnaher Theorie so erklärt, dass die Benutzer dieser Module Schritt für Schritt erfahren, ob sie in der Bearbeitung des Konflikts den Regeln konstruktiver Kommunikation entsprechen.
Die Streitgeschichten sollen spätere User durch Labyrinthe mit Irrwegen und Behinderungen führen und ihnen dabei Basisinformationen zum Konflikt Know-how, zur Konsensfindung, zum Eskalationsmodell und anderen wichtigen Entscheidungssituationen vermitteln, indem sie den Hinweisen und Erklärungen zu den Stationen folgen.
Dabei werden, das ist ein Grundprinzip dieses Projekts, die Regeln konstruktiver Konfliktkultur unmittelbar angewandt, so dass die beteiligten jungen ‚Konfliktforscher' im Projektverlauf ihrem jeweils eigenen Konfliktverhalten auf die Spur kommen.
Der konstruktive Umgang mit Konflikten, eine wesentliche Voraussetzung für demokratische Partizipation, fließt also sowohl in die Entwicklung dieser neuen Lernmaterialien ein, kommt aber auch in deren Inhalten und im Erfahrungsaustausch zwischen unterschiedlichen Kulturen zur Geltung.
Das konfliktpädagogische Konzept von veto-online sieht vor, dass die Umsetzung der theoretischen Grundlagen, die in den Modulen veranschaulicht werden, auch direkt in den Entwicklungsprozess einfließen soll: Die kooperative Entwicklung der Module im Klassenverband oder in der Seminargruppe wird als "learning by doing" aufgebaut. Weil die gemeinsame Erarbeitung der Module vielfältige Konflikt- und Entscheidungssituationen mit sich bringen wird, können diese als praktische Übungen genutzt werden. Dabei werden - das ist ein Grundprinzip dieses Projekts - die theoretischen Regeln konstruktiver Konfliktbewältigung unmittelbar angewandt.
In diesem "Laboratorium" wird die persönliche Konfliktkompetenz aller Beteiligten immer wieder neu erprobt und entwickelt. Lernen wird hier als handlungsorientierter Prozess begriffen, der Interesse für Schwieriges und Neues wecken soll. Dieser Prozess wird durch begleitendes e-coaching unterstützt.
Konstruktive Streitkultur im e-learning Angebot
Die Stärkung von Demokratien in Europa und im globalen Kontext geht Hand in Hand mit der Entwicklung einer konstruktiven Streitkultur. Demokratische Staatsformen, die allgemeine Menschenrechte propagieren, verlangen von ihren Bürgern Entscheidungsfähigkeit, Respekt, Kooperationsbereitschaft, Frustrationstoleranz und Selbstverantwortung.
Die Organisation des Projekts wird den interkulturellen Austausch fördern.
Last not least soll die Verknüpfung von IKT und vielfältigen kreativen Kompetenzen mit Lernangeboten zum Sozialverhalten die emanzipatorische Persönlichkeitsentwicklung der ProjektteilnehmerInnen und der späteren User der Lernmodule stärken. Der kreative und konstruktive Umgang mit Konfliktsituationen vermeidet Gewaltanwendung und unterstützt offene Kommunikation mit allem, was uns fremd ist.
Ein Schlüsselfaktor im wachsenden Bedarf an Unterrichtsmaterialien für den Bereich Soziales Lernen sind Online-Lösungen für elektronische Lernangebote. Vor allem im Bereich konstruktive Kommunikation und Konfliktbearbeitung herrscht ein offensichtlicher Mangel an elektronischen Lernmedien. Gerade hier werden aber Online-Unterrichtsmaterialien den Lernprozess wesentlich befördern, weil das Thema selbst so neu ist, dass die heute Lehrenden kaum auf Konzepte und Inhalte aus ihrer eigenen Ausbildungszeit zurückgreifen können.
E-learning bietet speziell im Bereich Soziales Lernen innovative Gestaltungsmöglichkeiten für den Unterricht, indem das Medium selbst die strukturellen Voraussetzungen für kooperative Aktivitäten und für den interkulturellen Dialog bereitstellt.
Die Verfügbarkeit von Lernkonzepten als e-learning-Angebote in Form von Übungsmaterialien für konstruktives Konfliktverhalten setzt sowohl neue Maßstäbe und kommt außerdem den Bedürfnissen der modernen Unterrichtsgestaltung mittels Einsatz von IKT entgegen. Lehrende und Studierende können mit diesen Materialien den face to face Lernprozess ergänzen und multimedial erweitern.
Die Partnerorganisationen
Die Partnergruppen im Projekt veto-online kommen aus mehreren unterschiedlichen Bildungsinstitutionen. Drei Gruppen sind Studierende von Kunsthochschulen in Barcelona, Berlin und Wien. Zwei andere Gruppen sind SchülerInnen aus Colleges/Gymnasien: Helsinki, und Wien. Eine Gruppe sind Roma, die in Budapest als Dramagruppe Konfliktbewältigung üben. Die Gruppen sind unterschiedlich groß, zwischen 10 und 20 Mitglieder im Seminar und in den Schulklassen. Sie werden im Projekt einerseits von ihren Dozenten/ LehrerInnen im künstlerischen und konfliktpädagogischen Prozess begleitet, andererseits wird jede Gruppe bei der Entwicklung elektronischer Lernmodule unterstützt. Dazu kommt die Betreuung aller Gruppen mittels e-coaching.
Im zweiten Abschnitt des Projekts werden jeweils andere Seminargruppen und Schulklassen die Erprobung der Lernmodule durchführen und am Ende des Projekts je zwei Delegierte nach Wien zum abschließenden Konfliktplanspiel (Abschlusstagung) entsenden.
Die Zielgruppen dieser im Projekt entwickelten elektronischen Lernmodule sind wiederum SchülerInnen und Studierende, die über bestehende Schulnetzwerke erreicht werden, z.B. über das Schulnetzwerk der UNESCO mit weltweit 7000 Schulen.
In der Projektphase I (Oktober 2003 - Juni 2004) werden anfangs alle Gruppen in jeweils einem Workshop die Basisinformationen konstruktiver Konfliktkultur erarbeiten. Dann wird es in jeder Gruppe um das Anfertigen der Module gehen. Dieser Prozess wird in allen Gruppen dokumentiert. Die Ergebnisse dieser Dokumentation sollen regelmäßig reflektiert werden, um die TeilnehmerInnen in der Selbsterkenntnis und Analyse ihres eigenen Konfliktverhaltens zu unterstützen.
Im Forum der Plattform www.veto-online.org werden die Erfahrungen aus diesen Prozessen ausgetauscht, das soll den Diskurs zwischen den Projektpartnern über die je kulturspezifisch verschiedenen Herangehensweisen zur Konfliktthematik anregen. Das Forum wird nur den Projektpartner mit Passwort zugänglich sein.
Dieser Prozess wird mittels e-coaching begleitet und somit während des gesamten Projekts supervidiert.
Anschließend, im Sommer 2004, werden die Module übersetzt. Die Website wird überarbeitet, die fertigen Module werden eingesetzt. Ein Forum zum Erfahrungsaustausch mit potentiellen Besuchern von Veto-Online ist ebenfalls vorgesehen.
In der Projektphase II (Oktober 2004 - Juni 2005) werden die Lernmodule von anderen SchülerInnen und StudentInnen in den Partnerschulen und -universitäten im Offenen Unterricht verwendet. Die Step-by-step Bearbeitung der Lernmodule wird von zwei Fragen begleitet: Was war hilfreich? Wo gab es Schwierigkeiten?
Die Erfahrungen dieser Anwendergruppen werden dokumentiert. Modifikationen der Website sind, wenn nötig, einzubringen.
KONFLIKTPLANSPIEL
Zum Projektabschluss im Sommer 2005 wird eine Tagung in Form eines Konfliktplanspieles organisiert, zu der aus allen Gruppen der Phase II je 2 oder 3 Delegierte (Jugendliche!) nach Wien eingeladen werden, um ihre neu erworbene Konfliktkompetenz einzubringen. Sie werden nämlich vor Ort mit einer zu dem Zeitpunkt aktuellen gesellschaftspolitischen Konfliktsituation konfrontiert. Ihre Aufgabe wird sein, einen Vorschlag für die Bearbeitung dieses Konflikts zu entwickeln. Per Internet werden die delegierten KonfliktspezialistInnen sowohl mit ihren Gruppen in den Heimatländern als auch mit Fachleuten zu spezifischen ökonomischen, juristischen und psychologischen Fragen Rücksprache halten können.
Zum Abschluss der Tagung werden die Gesamtergebnisse präsentiert, wobei Empfehlungen und Pläne für die zukünftige Nutzung der Plattform und für das Projekt insgesamt vorgestellt werden sollen. Außerdem wird die Plattform veto-online.org mit den fertigen Modulen einer Expertenbewertung unterzogen
Die Zusammenarbeit und Kommunikation aller Partnergruppen wird in zwei Sprachen ermöglicht: Deutsch und Englisch. Konflikte, die im Verlauf dieses Projekts auftreten, werden als praktische Übungsbeispiele willkommen sein. Im theoretischen Aufbau der konstruktiven Konfliktkultur geht es um eben diese grundsätzliche Haltung, Konflikte als notwendig und sogar als Chance zu erkennen. Ausserdem wird dem e-coaching, das der Verein Konfliktkultur während des gesamten Projekts allen Partnergruppen anbietet, große Bedeutung zugemessen.
Auf der Plattform veto-online.org wird es ein Forum geben, das für die beteiligten Partnergruppen zur Verfügung stehen soll. Diskussionen, Ideenaustausch und Kommunikation über Allfälliges haben dort ihren Ort.
DISSEMINATION
Das Forum der Plattform veto-online wird nach Abschluss der Projektarbeit öffentlich zugänglich sein, um sowohl den Austausch über die Module anzuregen als auch langfristige Qualitätssicherung zu gewährleisten. Die Bedeutung von demokratischer Konfliktkultur wird über dieses Forum sowie über alle anderen Aktivitäten und Vernetzungen des Vereins betont.
Der Verein Konfliktkultur wird die im Projekt veto-online produzierten e-learning-Module anderen Netzwerken unter Berücksichtigung von urheberrechtliche Bestimmungen zur Verfügung stellen.
Im Schulnetzwerk der UNESCO wurden bereits andere Aktivitäten des Vereins angeboten und publiziert. Neben diesem Netzwerk, das in Europa 1500 Schulen (weltweit über 7.000 Schulen) vernetzt, werden wir auch anderen Netzwerken die im Projekt veto-online produzierten elektronischen Lernmaterialien zur Verfügung stellen.
Über die Publikationsarbeit sind wir in Kontakt mit dem Education World Network (USA) und werden die Verlinkung auch über den europäischen Kontinent hinaus ausbauen.
Der Verein Konfliktkultur plant, zum Termin März 2004 ein ergänzendes Comenius-Projekt zu beantragen, um für die Projektphase II den Kreis der Partnergruppen zu verbreiten. Wir sind bereits mit Schulen in Kontakt, die in der Projektphase II Partner werden wollen (England, Italien, Litauen, Frankreich, Österreich). In der Projektphase II (Oktober 2004 - Juni 2005) werden die erstellten Lernmodule von anderen SchülerInnen und Studierenden im Unterricht verwendet.
Die step-by-step Bearbeitung der Lernmodule wird von zwei Fragen begleitet: Was war hilfreich? Wo gab es Schwierigkeiten? Die Erfahrungen dieser Anwendergruppen werden dokumentiert.
Die Erarbeitung und Verfeinerung von interaktiven und partizipativen Unterrichtssequenzen, die auf den Modulen von veto-online aufbauen, stehen dabei im Vordergrund des Interesses. Dabei erfährt das Material nicht nur eine weitere Dissemination und praktische Weiterentwicklung, sondern es werden gesonderte Sequenzen als neue Inputs zu dem bestehenden Material hinzugefügt. Modifikationen der Website sind, wenn nötig einzubringen.
Der Verein Konfliktkultur ist Mitglied in diversen Netzwerken.
Über diese und andere Netzwerke, Veranstaltungen, Kongresse und Publikationen wird die Dissemination der Projektergebnisse online und offline verbreitet. Auch nach Beendigung des Minerva-Projekts veto-online wird der Verein Konfliktkultur seine Tätigkeiten fortsetzen und damit die Verbreitung der Projektergebnisse sicherstellen.
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