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4. Kapitel: Sprechen Sie über sich selbst!
Wenn Sie sich also im Konfliktfall Ihre eigene Meinung gebildet haben, beginnt die eigentliche Kommunikation. Zwei Seiten der Wahrnehmung sind jetzt zu beachten. Einerseits: Was sage ich? Wie geht es mir dabei? Wie mache ich meinen Standpunkt deutlich? Wie verhalte ich mich? Und andererseits: Was sagt, was meint, was tut der oder die andere? Welchen Standpunkt nimmt er oder sie ein?
Der Abstand dazwischen ist spannungsgeladen. Mittels Kommunikation wird die Spannung transformiert, also in Verhaltensweisen umgewandelt:
? Über Vergleichen, kreatives Verhandeln und Vertrauen in die gemeinsame Konsensfindung. ? Oder mit Strategien und Kalkulation in den Kampf, in die Gewalt. Die Kommunikation beeinflusst die Weichenstellung des Konflikts. Entweder eskaliert der Konflikt in Richtung Gewalt - oder deeskaliert in konstruktives Streiten. Zunächst geht es darum, dass Sie Ihre eigenen Wünsche und Interessen benennen. Hier gibt es drei unverzichtbare Regeln für das Sprechen im Konfliktfall. ? 1.: Alle Aussagen sollen möglichst nur ein Sprechen über sich selbst sein. Also: Mir geht es so..., wenn ich das erlebe. Ich denke so..., wenn Du das sagst. Ich fühle mich so..., wenn das geschieht. Mein Wunsch wäre.... Leider neigen wir, wenn wir im Konflikt sprechen, zu Vorschlägen oder gar Forderungen, was unser Gegenüber tun oder lassen sollte. Oder wir äußern Drohungen. Etwa so: Du musst endlich aufhören...! Du sagst immer...! Du hörst mir nie zu! Weil Du das getan hast, werde ich jetzt...! Solche Redewendungen führen direkt in die Eskalation. ? 2.: Diese sogenannten ?Ich-Aussagen? sollen positiv formuliert werden. Denn das ist die nächste Eskalations-Falle, in der Streitgespräche oft landen. Also: Ich denke, ich fühle, ich wünsche.... Ich glaube, ich weiß oder ich hoffe... Ich bin, ich will, ich werde... Leider verwenden wir, weil es uns leichter fällt, oft die negativen Aussagen. Zum Beispiel: Ich will nicht... Ich kann nicht länger... Ich denke nicht daran... Ich halte das nicht länger aus... Ich bin nicht bereit,... Es ist leider einfacher, Bedingungen zu stellen und negativ zu sprechen, wenn wir den eigenen Zustand zu beschreiben, als positive Mitteilungen über die eigenen Gefühle und Interessen zu formulieren. Die tiefere Bedeutung davon ist, dass Menschen selten wissen, was sie wollen. Meistens fällt es uns leichter, zu sagen, was wir nicht wollen. ? 3.: Bleiben Sie bei einem Thema. Beschreiben Sie den gegenwärtigen Zustand. Definieren Sie Ihren Standpunkt im Hier und Jetzt. Richten Sie die Interessen auf Zukünftiges. Vermischen Sie keinesfalls mehrere Konflikte. Im Streit neigen wir dazu, uns auf Vergangenes zu berufen, um Ansprüche zu sichern. Damit wird unser Gegenüber unter Druck gesetzt und in die Eskalation gedrängt.
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